Informatiker – blasse, schüchterne Computerfreaks?

Es gibt wahrscheinlich für jede Berufsgruppe bestimmte Klischees, gegen die sich die Betroffenen zur Wehr setzen müssen. Aber kaum ein Berufsfeld wird so sehr von Klischees zerfressen wie das der Informatiker.
Die Palette der Vorurteile ist breit gefächert und soll hier einmal kurz umschrieben werden.

Denkt man an das Aussehen eines Informatikers, fallen einem zuerst Pickel, fettige Haare, blasse Haut, skurrile Game-T-Shirts und Hornbrillen ein. All dies sind typische Merkmale eines klassischen "Nerds".
Das angebliche Aussehen eines Informatikers deckt sich auch mit seinem Verhalten. Ihnen wird nachgesagt, sie würden sich den ganzen Tag in dunklen Zimmern aufhalten, die lediglich vom Flimmern eines oder mehrerer Monitore beleuchtet werden. Glaubt man Gerüchten, haben Informatiker nur über World of Warcraft-Chats Kontakt zum weiblichen Geschlecht und beschäftigen sich auch sowieso lieber mit Daten retten anstatt mit Dates vereinbaren. Generell hat nichts höhere Priorität als der eigene PC. Diese Vormachtstellung kann lediglich von der Mutter angefochten werden, die sich dadurch beliebt macht, dass sie ihr Kind regelmäßig mit Essen und frischer Wäsche versorgt. Zu den Lieblingsspeisen eines Informatikers gehören laut Klischees zweifellos Pizza, Döner und Co. Hauptsache warm und schnell. Da Informatiker dank diverser Vorurteile eher schmächtig gebaut sind, schadet ihnen diese ungesunde Ernährung jedoch nicht. Viel schlimmer ist das Fehlen von frischer Luft, welches sich durch tage- und nächtelanges vor dem Computer hocken einstellt. Wenn beispielsweise die Festplatte klackert, gibt es nichts wichtigeres als die Beseitigung des Problems. Dafür wird viel Zeit und Energie investiert.
Hat der prototypische Informatiker ein Problem beseitigt, ist er, wenn man den Klischees glaubt, sehr stolz auf sich. Aber anstatt seine Heldentat gemeinsam mit Freunden und ein paar Bier zu feiern, belohnt er sich mit einer ausgedehnten Runde Splinter Cell. Dass Informatiker auf Grund von Killerspielen aggressiv werden, wird zwar häufig diskutiert, ist aber nicht belegt. Klischees besagen lediglich, dass diese Menschen wenige soziale Kontakte pflegen bzw. überhaupt haben.

Da Informatiker die meiste Zeit am Schreibtisch vor dem Rechner verbringen wird of davon ausgegangen, dass diese immer unter Bewegungsmangel leiden und unter chronischen Rückenschmerzen leiden müssen. Dies ist aber ebenfalls ein Klischee. Wer sich Testberichte zu Bürostühlen ansieht wird feststellen, dass diese immer komfortabler werden und auch zu einer gesunden Haltung beitragen. Außerdem wissen viele Informatiker um Ihre Bewegungsarmut und sorgen in Ihrer Freizeit um ausgleichende sportliche Aktivität.

Inwieweit diese Klischees auf Informatiker zutreffen, kann an dieser Stelle nicht beurteilt werden. Wahrscheinlich sollte man einfach mal einen Vertreter dieser speziellen Art kennen lernen und sich ein eigenes Bild machen.